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Eveline Offline

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13.04.2009 03:03
Qualität statt Diät - Gesund mit ausgewogener Ernährung Zitat · Antworten


Regelmäßig zum Frühlingsbeginn präsentieren Hochglanzmagazine die angeblich allerneuesten Diättrends. Experten allerdings warnen vor einseitigen Diäten. Sie setzen auf Aufklärung und Beratung in Sachen ausgewogener Ernährung und stützen sich dabei auf gesicherte wissenschaftliche Daten.


Kate Winslet tut es manchmal, Britney Spears tut es immer öfter und Jennifer Lopez tut es andauernd: Zwischendurch schnell ein paar Kilos loswerden. Jeder Star bevorzugt dabei eine andere Methode. Glyx, Metabolic, Kohlsuppen-Diät oder wie auch immer sie alle heißen mögen: Ihr Nutzen bleibt fraglich. Nimmt man Lifestyle-Diäten genauer unter die Lupe, bleibt als Resultat nicht viel mehr als dünne Luft. Langfristig betrachtet erweisen sie sich als wirkungslos und sogar mehr oder weniger gefährlich. „Jede Form von einseitiger Ernährung bedeutet, dass auf bestimmte Nährstoffe, die der Körper braucht, verzichtet wird“, erklärt Elisabeth Novak, Diätologin am Hanusch-Krankenhaus der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK).

Langfristig Essgewohnheiten ändern.

Für die Zeit nach der Diät ist dann der Jojo-Effekt vorprogrammiert. Wer rasch ein paar Kilos verliert, indem er auf bestimmte Nahrungsmittel verzichtet, kann damit rechnen, dass er danach mindestens so viel wieder zunehmen wird, und das ziemlich schnell.

„Wer abnehmen will, sollte seine Ernährungsgewohnheiten grundsätzlich überdenken“, so die Expertin. „Nur eine langfristige Änderung des Essverhaltens in Kombination mit regelmäßiger Bewegung bringt auf lange Sicht Erfolg.“ Noch dazu sind die Regeln für ausgewogene Ernährung unkompliziert und einfach zu befolgen.

Außerdem räumt Elisabeth Novak mit dem Vorurteil auf, dass sich gesunde Lebensmittel nicht jeder leisten könne: „Eine bewusste Auswahl an Lebensmitteln ist nicht automatisch gleichzusetzen mit einer Auswahl teurer Lebensmittel.“ Bewusst auswählen bedeutet, sich zu überlegen, welche Lebensmittel sparsam zum Einsatz kommen sollten, wie zum Beispiel Mehlspeisen, Süßigkeiten, Knabbereien (dadurch kann Geld gespart werden) und welche Nahrungsmittel den größten Teil in der Ernährung ausmachen sollten – Brot, Kartoffeln, Reis, Hülsenfrüchte (sind verhältnismäßig günstig). Elisabeth Novak: „Aus ernährungsmedizinischer Sicht besteht überhaupt keine Notwendigkeit, innerhalb einer Lebensmittelgruppe das jeweils teuerste Produkt zu wählen, Discounterjoghurt ist genauso gut wie das Markenjoghurt.“

Exklusive Wünsche kosten natürlich: „Es müssen im Winter ja nicht unbedingt Erdbeeren aus Chile sein“, so die Diätologin. Wer Obst saisonal einkaufe, bekomme Qualität für wenig Geld. Auch bei der Wahl der Getränke, könne gespart werden. „Tee und Mineralwasser sind leistbar, österreichisches Leitungswasser ist hervorragend“, erklärt Elisabeth Novak. Fruchtsäfte und Limonaden kosten viel und seien auf Dauer als Durstlöscher nicht empfehlenswert, weil sie sehr viel Fruchtzucker beziehungsweise Zucker enthalten. „Anstelle von konzentriertem Orangensaft ist es besser, eine oder mehrere Orangen pro Tag zu essen.“

Fünfmal am Tag Obst und Gemüse.

Die Kraft- und Vitaminspender Obst und Gemüse sollten fünfmal am Tag genossen werden, entweder als Rohkost oder sparsam gegart oder gebraten, das heißt möglichst kurz bei niedrigen Temperaturen mit wenig Wasser und wenig Fett. Mit letzterem sollte generell sparsam umgegangen werden. „Fette liefern zwar essenzielle Fettsäuren, enthalten aber eben auch sehr viele Kalorien“, sagt Elisabeth Novak. Sie empfiehlt, generell pflanzliche Öle und Fette zu verwenden und bei der täglichen Zubereitung von Speisen das Öl mit einem Löffel abzumessen. „Pflanzliche Öle sind cholesterinfrei, zu beachten ist allerdings auch hier die Zusammensetzung von Fettsäuren. Ein Übermaß an gesättigten Fettsäuren wirkt sich ungünstig auf den Fettstoffwechsel aus und erhöht somit das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen“, erklärt die Expertin. Auf versteckte Fette in Fertigprodukten, Folgeprodukten aus Fleisch oder etwa Süßigkeiten solle besonders geachtet werden.

Naturjoghurt statt Spezialjoghurt.

Der angebliche Zusatznutzen der in der Werbung vielgepriesenen Spezialjoghurts sei wissenschaftlich nicht belegt, so Elisabeth Novak. „Es gibt keine guten Vergleichsstudien zu normalem Naturjoghurt.“ Als zuckerfreies, fettarmes Milchprodukt sei dieses grundsätzlich zu empfehlen. „Die Milchsäurebakterien in Naturjoghurt unterstützen die Darmflora. Außerdem gehört es zu den Lebensmitteln, die sich jeder leisten kann.“ Vom häufigen Genuss von Fruchtjoghurts rät Elisabeth Novak hingegen ab: „In Fruchtjoghurts, sei es probiotisch oder nicht, ist meistens sehr viel Zucker enthalten.“ Auch Zuckeraustauschstoffe, wie etwa Sorbit, die zu den Kohlehydraten gehören, werden für die Zubereitung von Fruchtjoghurts verwendet. „Sie sind im Gegensatz zu Süßstoffen, wie Saccharin, Aspartam oder Acesulfam K nicht kalorienarm“, erklärt die Expertin den Unterschied. „Kindern sollte man Süßstoffe sehr sparsam geben“, warnt Elisabeth Novak.

Nieren, Blase, Darm, Leber und Haut als zuverlässige Arbeiter.
Um all das, was unser Körper nicht mehr braucht, wieder loszuwerden, vollbringen Niere, Blase, Darm, Leber und Haut, sofern sie gesund sind, Höchstleistungen. Die so genannte Entschlackung, die im Frühjahr Hochkonjunktur hat, sieht Elisabeth Novak skeptisch. „Die Organe, die für die Ausscheidung zuständig sind, transportieren tagtäglich Stoffe ab, die der Körper nicht braucht. In der Schulmedizin ist der Begriff Schlacken höchst umstritten.“

Alles, was man für den Körper tue, sei es Ernährung oder Bewegung, können immer nur in einem großen Zusammenhang gesehen werden. „Wer ausgewogen isst, aber regelmäßige Bewegung völlig vernachlässigt, wird nicht die gewünschten Ergebnisse für seine Gesundheit erzielen“, ist die Diätologin überzeugt. Einige Faustregeln für gesunde und ausgewogene Ernährung können helfen, das Essverhalten langfristig zu ändern: „Man stelle sich einen Teller vor, auf dem Fleisch die kleinste Portion ausmacht. Die Beilage, bestehend aus Kohlehydraten ist mittelgroß, den größten Teil vom Teller deckt Gemüse ab.“ Zucker und Salz sollten maßvoll genossen werden, rund zwei Liter kalorienarme und alkoholfreie Getränke pro Tag sind empfehlenswert, als kalorienarme Zwischenmahlzeiten eignen sich Obst, fettarme Milchprodukte oder Brot mit fettarmem Belag so Elisabeth Novak. „Abwechslungsreich, nicht einseitig, lautet die Devise.“

10 Regeln für ausgewogene Ernährung – empfohlen von Elisabeth Novak, nach den Vorschlägen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE):

• Ausgewogenheit und Vielfalt in der Wahl der Lebensmittel: Der Haushalt von nährstoffreichen und energiearmen Nahrungsmitteln sollte stimmen.

• Getreideprodukte und Kartoffeln: Ballaststoffe, Minerale, Vitamine, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe sind in Reis, Nudeln, Brot, Getreideflocken und Kartoffeln enthalten.

• Fünfmal am Tag Obst und Gemüse: Zu den Hauptmahlzeiten und als Zwischenmahlzeit sollte Obst und Gemüse frisch als Rohkost beziehungsweise sparsam gegart oder gebraten genossen werden.

• Milch und Milchprodukte: Sie enthalten Kalzuium und sollten täglich verzehrt werden.
Seefisch enthält Jod, Selen und Omega-3-Fettsäuren und sollte ein- bis zweimal pro Woche gegessen werden
Fleisch, Folgeprodukte aus Fleisch und Eier nur maßvoll genießen!

• Wenig Fett: Sparsame Verwendung von Fett (abmessen!), pflanzliche Öle und Fette sollten bevorzugt werden. Vorsicht: Gesättigte Fettsäuren erhöhen die Blutfettwerte! Vorsicht vor versteckten Fetten, zum Beispiel in Fertigprodukten!

• Zucker und Salz: Sparsam verwenden! Kräuter sind eine schmackhafte Alternative oder Ergänzung zu Salz. Salz sollte Fluorid und Jod enthalten.

• Zwei Liter Flüssigkeit pro Tag in Form von Wasser, mit oder ohne Kohlensäure, und ungesüßten Tees.

• Schonende Zubereitung: Um die wertvollen Nährstoffe der Lebensmittel zu erhalten, sollten sie mit wenig Wasser und Fett, bei niedrigen Temperaturen gegart und gebraten werden. Außerdem können sich so keine schädlichen Verbindungen bilden.

• Langsam und genussvoll essen: Bewusst essen bedeutet nicht nur Ausgewogenheit in der Wahl der Lebensmittel, sondern auch, das Essen zu genießen.

• Regelmäßige Bewegung: Konsequent Sport zu betreiben ist neben ausgewogener Ernährung unerlässlich für einen gesundheitsfördernden Lebensstil.

Ernährungsmedizinische Beratungsstellen der Gesundheitszentren der WGKK

Gesundheitszentrum Wien-Mitte
Strohgasse 28, 1030 Wien
Tel.: 601 22 – 40314

Gesundheitszentrum Wien-Mariahilf
Mariahilfer Straße 85-87, 1060 Wien
Tel.: 601 22 – 40624

Gesundheitszentrum Wien-Süd
Wienerbergstraße 13, 1100 Wien
Tel.: 601 22 – 4205

Gesundheitszentrum Wien-Nord
Karl-Aschenbrenner-Gasse 3, 1210 Wien
Tel.: 601 22 – 40239

Hanusch-Krankenhaus der WGKK
Heinrich-Collin-Straße 30, 1140 Wien
Tel.: 910 21 - 84281


Quelle:
People-Magazin.at

Liebe Grüße
Eveline

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