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Eveline Offline

Administrator

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18.02.2009 04:35
Qualität bei der Epilepsiebehandlung wird verbessert / Fachgesellschaften zertifizieren die ersten deutschen Epilepsiezentren Zitat · Antworten


Patienten mit Epilepsie, die nicht ausreichend
behandelt werden, sind einem erhöhtem Unfallrisiko ausgesetzt. Es
drohen aber auch Fahrverbot, Berufsunfähigkeit und daraus
resultierende Arbeitslosigkeit, ja sogar eine erhöhte Sterblichkeit
ist möglich.


(18.02.2009, Rheuma-Selbst-Hilfe.at)

Für die Betroffenen ist es daher wichtig, Experten auf
dem Gebiet der Epilepsiebehandlung zu finden und sich über die
Qualität der Einrichtung verlässlich informieren zu können. Für die
etwa 600.000 Epilepsiepatienten in Deutschland wird es jetzt leichter
ein spezialisiertes Therapiezentrum für die ambulante oder stationäre
Behandlung zu finden. Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie
(DGfE) und die Arbeitsgemeinschaft für prächirurgische
Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie (AG
Epilepsiechirurgie) haben Kriterien zur Zertifizierung von
Epilepsiezentren, Epilepsieambulanzen und epileptologischen
Schwerpunktpraxen erstellt und jetzt erstmals Epilepsiezentren
zertifiziert. Diese Qualitätssicherung hilft besonders Patienten, die
durch eine medikamentöse Standardtherapie bisher nicht anfallsfrei
wurden. Und das betrifft immerhin jeden dritten Erkrankten.

Bisher war der Begriff "Epilepsiezentrum" nicht geschützt. Die
ärztliche Behandlungsfreiheit erlaubte beispielsweise jedem
Neurochirurgen "epilepsiechirurgische Eingriffe" durchzuführen. Die
Diagnostik und erfolgreiche Therapie von Patienten, die auf eine
Standardtherapie schlecht ansprechen, setzt aber ein
hochqualifiziertes, erfahrenes Team von Experten aus verschiedenen
Fachgebieten und eine besondere technische Ausstattung voraus. Nur so
können die richtige Diagnose gestellt und eine optimale, eventuell
auch epilepsiechirurgische Therapie veranlasst werden. Daher wurden
nunmehr qualitative und quantitative Mindestanforderungen an ein
Epilepsiezentrum definiert und deren Einhaltung über eine unabhängige
Zertifizierung sicher gestellt.

Epileptologische Schwerpunktpraxen werden von
Neurologen/Nervenärzten oder Kinderärzten geleitet, die eine
besondere Qualifikation in der Epilepsiebehandlung erworben haben und
mindestens 100 Epilepsiepatienten im Quartal behandeln.

Epilepsieambulanzen sind regionale Spezialeinrichtungen an
neurologischen, pädiatrischen und psychiatrischen Kliniken, die der
Diagnostik, Behandlung und sozial-medizinischen Betreuung von
Epilepsiepatienten dienen sowie der epileptologischen Fortbildung
aller mit der Behandlung Epilepsiekranker befasster Personen.

Spezialisierte Einrichtungen verbessern den Therapieerfolg

Die von den beiden Fachgesellschaften vergebenen Zertifikate gibt
es für epileptologische Schwerpunktpraxen, Epilepsieambulanzen und
für Epilepsiezentren mit einem Schwerpunkt für Epilepsiechirurgie
sowie für Epilepsiezentren, die auf die Behandlung
mehrfachbehinderter Patienten mit Epilepsie spezialisiert sind.
Voraussetzungen sind eine Mindestanzahl von stationär oder ambulant
behandelten Patienten sowie von qualifiziertem und erfahrenem
Personal verschiedener Fachrichtungen (Fachärzten, Neuropsychologen,
MTA-F und Pflegekräften, Therapeuten und Sozialarbeitern). Darüber
hinaus ist eine adäquate technische Ausstattung nachzuweisen. So ist
zum Beispiel für Epilepsiezentren eine Video-EEG-Monitoring-Einheit
vorgeschrieben, die ermöglicht, die Patienten im Anfall zu
untersuchen. Diese Anforderungen werden in jedem Einzelfall von einer
Kommission der beiden Fachgesellschaften überprüft. Die
Zertifizierungsbedingungen und eine Liste der bisher zertifizierten
Schwerpunktpraxen, Epilepsieambulanzen und Epilepsiezentren sind
unter http://www.ag-epilepsiechirurgie.de bzw. http://www.dgfe.org im Internet
nachzulesen.

Info-Kasten:

Von der Zertifizierung haben bisher folgende Zentren Gebrauch
gemacht:
I) Zentren mit Spezialisierung für Epilepsiechirurgie
Epilesiezentrum Bethel
Zentrum Epilepsie Erlangen (ZEE)
Epilepsiezentrum Freiburg
Interdisziplinäres Epilepsiezentrum Marburg (EZM)
II) Zentren mit Spezialisierung auf die Behandlung
mehrfachbehinderter Patienten
Epilepsiezentrum Bethel
Epilepsiezentrum Kork
Klinik für Neuropädiatrie der Universität Münster

Informationen im Internet:
http://www.dgfe.org
http://www.ag-epilepsiechirurgie.de

Quelle:
OTS0042 2009-02-17/09:42

Liebe Grüße
Eveline

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