Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Wir sind umgezogen!!
Zum neuen Forum - klicken --->  Rheuma-Selbst-Hilfe.at.com, Forum und Chat
Registrierungen sind hier nicht mehr möglich, bitte nur noch im neuen Forum registrieren!
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 721 mal aufgerufen
 Umgang mit der Erkrankung
juguja Offline

Profi


Beiträge: 526
Punkte: 526

12.09.2009 09:26
Im Loch... Zitat · antworten

Ich bin sooo gefrustet im Moment, würde am liebsten alle Medis in einen Sack stecken und wegschmeißen. Trotz MTX, Enbrel und Celebrex sind die Schmerzen im Moment manchmal so schlimm, dass ich heulen könnte. Cortison kriege ich nicht mehr, stattdessen könnte ich mich von Schmerzmitteln ernähren, so viele bekommt man hier, aber das will ich nicht. Ich kann mich doch nicht immer "zudröhnen" und die Schmerzen betäuben und im Hinterkopf wissen, dass die Gelenke durch die Entzündungen bestimmt nicht besser werden.

Ich bin so down und dünnhäutig, dass ich auf alles überempfindlich reagiere, keinen Spaß verstehe, ständig rummotzen könnte... So kenne ich mich nicht, eigentlich habe ich Geduld, bin hier in unserer Familie so etwas wie Moderator, aber im Moment muss ich mich oft zurückziehen, um nicht bei jeder Kleinigkeit zu explodieren.

Trotz Schlafen bin ich müde, fühle mich, als hätte ich einen Marathon hinter mir, kann mich zu nichts aufraffen, weil ich zu schlapp bin...

Sorry, dass ich so rumgejammert habe, aber das musste einfach mal raus. Ich reiße mich schon den ganzen Tag zusammen, um einigermaßen zu funktionieren...


Viele Grüße aus Canada,

Jutta



Meine Krankengeschichte

sab Offline

Stammgast

Beiträge: 187
Punkte: 187

12.09.2009 10:09
#2 RE: Im Loch... Zitat · antworten

hallo juguja,

du jammerst doch nicht rum!!!! jeder muss sich mal seinen frust von der seele schreiben!!

ich hoffe es geht dir bald wieder besser *tröst* .


lg
sabine

Locin32 Offline

Stammgast

Beiträge: 194
Punkte: 194

12.09.2009 12:15
#3 RE: Im Loch... Zitat · antworten

Ach Mensch Jutta,

ich denke mal das es alles ein bißchen viel war bei Dir in letzter Zeit.
Ich glaube schon, das man da mal jammern darf was Du meiner Meinung nach aber nicht tust.

Man hat einfach Angst.
Angst vor dem was mit einem passiert, wie es weiter geht, was noch kommen wird und das man vielleicht was verpasst.
Man will seine Lieben nicht damit belasten und tut es denoch indem man unleidlich wird und manchmal auch laut.
Anstatt es auszusprechen frisst man es in sich rein und weint tief drinnen doch.

Ich kenne das gut, glaube mir!

Es werden wieder bessere Zeiten kommen, hoffe ich für uns alle.
Hier sollte der Ort sein wo wir alles sagen dürfen was uns belastet damit wir uns entlasten können.

Hugh, das war mein Wort zum Sonntag!

Ansonsten kann ich nur eines tun Dich und und Dir wünschen
das es Dir bald besser geht!

Liebe Grüße
Nicol

Meine Gebrechen :)

juguja Offline

Profi


Beiträge: 526
Punkte: 526

12.09.2009 16:24
#4 RE: Im Loch... Zitat · antworten

Liebe Sabine, liebe Nicol,

danke für eure lieben Worte. Du, Nicol, hast es so gut ausgedrückt, wie ich empfinde. Ich mag mir meine Angst oft nicht eingestehen, aber zu sehen, wie mein Körper immer mehr zu einer Gesamtbaustelle wird, belastet mich immer mehr. Ich war immer so froh, dass meine Füße "nichts abgekriegt haben", und jetzt..... Wir waren heute einkaufen, und ich bin durch den Laden gehumpelt und geschlichen, an der Kasse habe ich meinen Mann alleine stehen lassen und musste zu den Stühlen gehen, die dort für ältere Leute stehen.

Angst, etwas zu verpassen, habe ich eigentlich nicht. Dafür umso mehr Angst, die absolute Spaßbremse zu werden, Angst, dass meine Familie wegen mir etwas verpasst. Ich reiße mich oft zusammen und mache Dinge mit, höre nicht auf mich, und als "Belohnung" geht es mir danach schmerzmäßig noch schlechter. Ich merke, wie hilflos mein Mann und die Kids oft sind, wenn sie mir ansehen, dass es mir nicht gut geht. Manchmal erkläre ich ihnen, wie es mir geht, wie ich mich fühle, was wo wie weh tut, aber meistens sage ich nichts.

Ich habe Angst, dass ich nie wieder Flöte spielen kann, dass ich nicht mehr mit meinen Hunden wandern gehen kann, dass alles schlimmer statt besser wird. Und dann sage ich mir, dass ich genießen will, was geht, dass ich ab und zu auf meinem E-Piano spielen kann, das mein Mann extra für mich gekauft hat, weil es einen ganz leichten Anschlag hat, dass die Hunde sich freuen, wenn ich im Garten mit ihnen spiele oder auch einen kurzen Spaziergang an unseren See mache, der nur fünf Minuten entfernt ist. Ich genieße, dass ich durch meinen Laptop bequem im Bett sitzen und lesen und schreiben kann, dass ich hier Menschen habe, die nachvollziehen können, was in mir vorgeht, und dass ich anderen auch manchmal Mut geben kann.

Und hier an diesem Ort einmal alles rauszulassen, hat mich wirklich entlastet. Der Stein auf meinen Schultern wiegt nicht mehr ganz so schwer, die Mundwinkel hängen nicht mehr nur nach unten, sondern ich kann wieder lächeln bei dem Gedanken, dass ich nicht alleine bin und dass ich hier so sein darf, wie ich bin. Schön, dass es euch gibt!


Viele Grüße aus Canada,

Jutta



Meine Krankengeschichte

pumuckel Offline

Stammgast

Beiträge: 211
Punkte: 211

12.09.2009 21:38
#5 RE: Im Loch... Zitat · antworten

hallo liebe jutta, ich kann dich so gut verstehen , mir gehts im moment genau so( mein humira wirkt nicht mehr) ist schon fürchterlich,hab auch probleme mit den füßen, man fühlt sich so nutzlos und die angst das es schlimmer wird,
aber nicole hat es ja super geschrieben, dem kann man eigentlich nichts hin zufügen
schön das wir hier verstanden werden und alles schreiben können,
jutta ich wünsch dir das es bald besser wird und du wieder lachen kannst, bis dahin
las dichund eine kleines trösterchen


liebe grüße pumuckel
heute ist der erste tag vom rest meines lebens

E l k e Offline

Stammgast


Beiträge: 114
Punkte: 114

17.09.2009 10:31
#6 RE: Im Loch... Zitat · antworten

huhu jutta,

lass dich bitte auch von mir mal ich kann dich auch super gut verstehen, denn ich sitzt auch im loch, bzw. im tiefen teller ganzzzz unten, und keiner gönnt es mir derzeit auch nur leicht die nasenspitze über diesen rand zu strecken, sofort ist da einer, der mir einen drauf gibt, so das ich wieder unten bin..............*nerv*

auch ich empfinde deine worte nicht als - gejammere - so wie unsere nici schon sagt, wenn wir hier nicht so sein dürfen und sagen dürften was und bewegt, wo dann??? doch wir dürfen es hier und es tut uns ja auch immer wieder ein klein bissel gut - zum glück - !!!!

am blödesten finde ich diese lustlosigkeit, das am liebsten verkriechen und nimmer raus kommen wollen, denn somit wird das eh schon große leid noch größer, da man nicht mal mehr die kraft hat sich abzulenken und dann wird es richtig übel.

ja genau so geht es mir seit wochennnn, was mir nur eine noch schlimmere depression einbrachte.

ich hoffe nun so sehrrr das mir der krankenhaus aufenthalt ab montag was bringt und ich dann am ende des tunnels etwas licht sehen kann.

und genau dieses licht, liebe jutta wünsche ich dir auch von herzen am ende deines tunnels, den du hoffenlich ganz schnell hinter dir läßt!!!

alles liebe und paß auf dich auf
gruß
elke

juguja Offline

Profi


Beiträge: 526
Punkte: 526

17.09.2009 10:49
#7 RE: Im Loch... Zitat · antworten

Danke. Ihr seid lieb.

Ich hänge immer noch unten, futtere Schmerzmedis, damit ich es aushalten kann, habe mein Antidepressivum etwas erhöht, und jetzt warte ich halt auf den 28. September. Ich konnte den Termin bei der Rheumatologin zum Glück vom 10. November dorthin schieben. Ich denke mal, es läuft auf ein anderes Medikament hinaus. Und dann ist da gleich wieder dieses Grübeln, wie wird es anschlagen, wie werde ich es vertragen, ist das wieder so ein Akt, bis ich es bekomme,.....

Heute morgen habe ich gefrühstückt, und dann bin ich wieder ins Bett gekrochen. Später habe ich eine Ladung Wäsche in die Maschine gesteckt, und dann bin ich wieder ins Bett gekrochen. Mittags haben mein Mann und ich draußen gegessen, und dann bin ich wieder ins Bett gekrochen......

Und dann habe ich heute erfahren, dass es meiner Mutter gar nicht gut geht, sie hat wohl Altersdiabetes, und morgen bespricht der Arzt alles mit ihr. Hoffentlich sage mir zwar, dass das recht häufig ist und gut behandelbar, aber Sorgen mache ich mir trotzdem.

Naja, jetzt gibt's erst einmal Kaffee mit Gerd. Ich bin sooooo froh, dass mein Mann voll und ganz hinter mir steht.


Viele Grüße aus Canada,

Jutta



Meine Krankengeschichte

Eveline Offline

Administrator

Beiträge: 2.764
Punkte: 2.764

18.09.2009 03:21
#8 RE: Im Loch... Zitat · antworten

liebe jutta,

In Antwort auf:
Ich bin sooooo froh, dass mein Mann voll und ganz hinter mir steht.


... und das ist m.e. das allerwichtigste!!

ich wunsche euch beiden einen wunderschönen tag miteinander

Liebe Grüße
Eveline



Kontakt: >> zum Kontaktformular

http://www.vision-board.de/boards/fuehre...php?page=Index

Elisa Offline

Mitglied

Beiträge: 80
Punkte: 80

19.09.2009 06:37
#9 RE: Im Loch... Zitat · antworten

Liebe Jutta
mach dir wegen des Diabetes deiner Mutter bitte keine all zu großen Sorgen..
Meine Mutter ist jetzt 82 und hat seit ca 10 Jahren den Alters Diabetes..
Sie wurde vom Arzt sehr gut aufgeklärt.. war auch zu einer Diabetiker Schulung..
Sie schlägt zwar manchmal über die stränge.. Kuchen usw..
aber dann bekommt sie vom Dr. Druck und dann geht es erst mal wieder eine Weile gut.
Ich muß noch ergänzen das sie noch relativ fitt ist für ihr alter..
die Knochen wollen zwar manchmal nicht mehr. aber vom Kopf ist sie noch erstaunlich..

Dir möchte ich auf diesem Weg
eine Portion Zuversicht über den großen Teich schicken,
Seh es doch mal so.. viel schlimmer kann es doch nicht mehr werden.. also..
kann es nur Bessssser werden....
Auch du bekommst ein Medi.. was dir richtig gut tun..

Fühl dich

Alles Liebe und einen guten Start in die neue Woche Lisa

**************************
Meine Krankengeschichte
Mein Motto: Ich lebe jetzt!

juguja Offline

Profi


Beiträge: 526
Punkte: 526

20.09.2009 04:45
#10 RE: Im Loch... Zitat · antworten

Hallo Elisa,

da sind unsere Mütter ja gleich alt Und meine ist geistig auch sehr fit, so dass ich auch denke, dass sie das alles gut in die Reihe kriegt. Sie hat jetzt Tabletten und eine Überweisung zum Diabetologen bekommen. Ich finde gut, dass ihr Hausarzt da nicht alleine rumdoktorn will. Sie hat mir jetzt auch "gebeichtet", dass sie schon lange nicht mehr richtig schlafen konnte, weil sie dauernd zur Toilette musste, und weil sie nicht gut zu Fuß ist, war das immer ein Aufwand. Aber jetzt schläft sie wieder besser und fühlt sich auch dementsprechend wieder besser. Ist nur schade, dass meine Eltern jetzt nicht von Oktober bis Dezember zu uns kommen können, wie eigentlich geplant war

Und ich ....., ich wurschtel mich so durch den Tag, mehr schlecht als recht, mein Kiefer tut im Moment so weh, dass mir beim Essen schnell der Appetit vergeht, beide Augen jucken und tun weh, das linke besonders, Bepanthen Augensalbe bringt diesmal auch keine Erleichterung, und die Apothekerin hat mir gestern erklärt, sie wolle mir lieber nichts geben, sondern ich solle Montag zum Augenarzt gehen.

Ich habe Schmerzen, bin schlapp und nicht gut drauf, kann wegen der blöden Augen im Moment nicht mal richtig lesen, und heute morgen habe ich nicht mal geschafft, mit zur Church zu gehen. Von MTX und Enbrel habe ich auch dieses Male keinerlei Wirkung gespürt. Nur gut, dass ich am 28. den Termin bei der Rheumatologin habe. Ich möchte auch vorher kein Cortison nehmen, denn dann geht es mir ja so gut, dass sie gar nicht sieht, wie schlecht es ohne ist.

Ich bin froh, dass ich euch alle habe, ihr baut mich immer wieder auf. Mein Mann und die Kids sind superlieb, aber manches kann nur jemand verstehen, der selber mit Rheuma zu kämpfen hat.


Viele Grüße aus Canada,

Jutta



Meine Krankengeschichte

 Sprung  
Xobor Xobor Forum Software
Einfach ein eigenes Forum erstellen